CVP und BDP: Luzerner Basis befürwortet stärkere Zusammenarbeit
Gestern haben die Spitzen von CVP und BDP informiert, dass eine verstärkte Zusammenarbeit gesucht wird, ohne allerdings schon abschliessend zu sagen wie diese aussehen soll.
Die Luzerner CVP macht regelmässig online-Basisbefragungen. Vor einer Woche stellten wir ebenfalls die Frage, ob und wie eng die CVP mit der BDP zusammenarbeiten soll. Dabei sprechen sich rund ein Drittel für ein Kooperationsmodell à la CDU/CSU aus. Rund ein Viertel will eine verstärkte sachliche Zusammenarbeit, aber organisatorisch getrennt. Gegen jegliche Form der Zusammenarbeit sprachen sich bloss 11.5 % aus, allerdings auch nur leicht mehr für eine Fusion (12.5%). Damit ist klar: Die Spitze der Bundespartei macht das, was auch an der Luzerner CVP Basis am ehesten akzeptiert wird.
Nun wird national ein Prozess eingeläutet, dessen Ausgang ziemlich offen ist. Im Moment werden zwar gewisse Szenarien ausgeschlossen (Union wie Fusion), aber da muss nicht das letzte Wort gesprochen sein. Denn wenn der Prozess sauber abläuft, wenn die Basis in den Kantonen immer wieder bei sogen. "Milestones" einbezogen wird, dann kann durchaus eine ungeahnte Dynamik entstehen.
Damit die Diskussion über die Zukunft der Mitteparteien, die Diskussion über ihre Zusammenarbeit, nicht ein Dauerbrenner bleibt und damit die Parteiarbeit immer wieder hemmt, lohnt es, sich jetzt Zeit zu nehmen. Auch wenn viele ungeduldig sein werden: Ein seriöser Prozess ist dann erfolgreich, wenn er abgetieft ist und dadurch das Ergebnis von der Basis mitgetragen wird.
Lieber jetzt ein bis zwei Jahre seriös arbeiten, als nach einem halben Jahr ein Ergebnis zu haben, dass dann über Jahre immer wieder hinterfragt wird.
