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Positionspapier "Fit für den Arbeitsmarkt"

14. Juni 2009
Arbeit und Alter

Die demographische Entwicklung stellt eine der grössten Herausforderungen für Politik und Wirtschaft dar. Die Anzahl der Rentnerinnen und Rentner im Verhältnis zu den Erwerbstätigen wird sich bis 2050 verdoppeln. Dies führt zu tiefgreifenden Umwälzungen auf dem Arbeitsmarkt, stellt die finanzielle Sicherung der Sozialwerke vor riesige Herausforderungen und verändert das gesellschaftliche Zusammenleben nachhaltig.

Heute kommen auf 1 Person im Rentenalter 4 Personen im erwerbsfähigen Alter. 2050 werden jeder Person im Pensionsalter nur noch 2 Personen im erwerbsfähigen Alter gegenüberstehen. Die geburtenstarken Jahrgänge der Baby-Boom-Generation gehen in den nächsten Jahren auf das Pensionsalter zu und werden dabei eine Lücke hinterlassen, die von den nachfolgenden Generationen nicht geschlossen werden kann. Diese Entwicklungen werden durch den Trend zu Frühpensionierungen, der seit den 90er-Jahren in der Schweiz zu beobachten ist, noch verschärft.
Umso alarmierender ist die Tatsache, dass heute zahlreiche betriebliche und sozialpolitische Reglungen bestehen, die ältere Arbeitskräfte verteuern oder eine Erwerbsarbeit nach 65 behindern. Zudem wurden die Arbeitsprozesse in den vergangenen Jahren einem massiven Effizienz- und Qualitätsdruck ausgesetzt. Fälschlicherweise wurde dabei oftmals Alter mit Ineffizienz gleichgesetzt. Indes hat sich gezeigt, dass der Verlust erfahrener Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Qualität der Arbeit, deren Abläufe und auch das Arbeitsklima nachteilig beeinflusst und zu einem nicht zu unterschätzenden Know-how-Verlust führt.
Das können wir uns nicht leisten: Die Produktivität und die Wertschöpfung der Volkswirtschaft Schweiz können in Zukunft nur unter vollwertigem Einbezug der über 55-Jährigen gesichert werden. Überdies basiert unsere Altersvorsorge weitgehend auf dem Faktor Arbeit. Soziale Sicherheit kann somit nur gewährleistet werden, wenn genügend Erwerbsarbeit geleistet wird. Obwohl die Schweiz im internationalen Vergleich gut dasteht, muss die Partizipation der älteren Arbeitnehmer erhöht werden.
Angesichts der heutigen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt und den konjunkturellen Aussichten, ist die Stärkung der Arbeitnehmenden und gerade auch der älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von grösster Priorität.

Die CVP fordert ein Umdenken: Notwendig sind gezielte Massnahmen für ältere und langjährige Mitarbeitende. Es müssen einerseits Anreize geschaffen werden, um ältere Arbeitnehmende länger im Berufsleben zu halten. Anderseits sind alle Regelungen im Bereich der Sozialversicherungen zu ändern, die ältere Arbeitnehmende auf dem Arbeitsmarkt benachteiligen. Die Forderungen, die unter anderem ein besseres Umfeld für ältere Arbeitnehmende, mehr Wahlfreiheit beim Altersrücktritt und die bessere Nutzung des Potentials der Senioren verlangen, sind im Positionspapier „Fit für den Arbeitsmarkt !“ der CVP Schweiz, das unter www.cvp.ch abrufbar ist, festgehalten.

 
Bauer Medien AG